Burnout Symptome / Burnout Syndrom: Wenn Stress den Körper zerstört

Pascal Pape

Aktualisiert: 7.4.2016

Burnout Symptome / Burnout Syndrom

Wie oft fälschlich angenommen ist Burnout keine rein psychische Überlastung des Körpers. Was geschieht also bei einem Burnout-Syndrom im Körper? Und welche Symptome gibt es, um ein Burnout rechtzeitig zu erkennen?

Burnout Syndrom: Welche Burnout Symptome gibt es?

Allgemein kann man Burnout als einen Zustand totaler Erschöpfung definieren. Unter dem Burnout Syndrom versteht man keine klassische Krankheit im Sinne des ICD-10 (International Classification of Deseases). Das Burnout Syndrom gilt vielmehr als Umschreibung verschiedener Symptome.

Die Symptome sind vielfältig, am bekanntesten ist sicherlich die Depression, die man jedoch auch als Stadium nach einem Burnout bezeichnen kann. Viele Psychologen trennen deshalb die Depression kategorisch vom Burnout ab und zählen sie nicht zu den Symptomen eines Burnouts. In diesem Denkmuster ist die Depression eine Steigerungsform oder ein Resultat des Burnout, was in meinen Augen eine rein medizinische Unterscheidung ist.

Typische Burnout Symptome sind zum Beispiel:

  • Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Psychosomatische Erkrankungen
  • Depressionen

Welche Ursachen gibt es für diese Burnout Symptome?

Für die typischen Burnout Symptome gibt es zahlreiche mögliche Ursachen. Im Regelfall beschreiben Betroffene die berufliche Überlastung als ausschlaggebenden Faktor. Das ist nicht verwunderlich, denn noch nie zuvor waren die Ansprüche an Arbeitskräfte derart hoch. Menschen stehen im pausenlosen Wettbewerb. Und meistens reicht es nicht ein Mal zu zeigen, dass man ein toller Hecht ist, sondern man wird tagtäglich aufs Neue geprüft, getestet und man muss sich immer wieder beweisen. Das ist die Last und die Ursache vieler Burnout Symptome, bei Arbeitnehmer aus unterschiedlichen Branchen.

Aber auch Mobbing, Schicksalsschläge oder Krankheit können Burnout Symptome hervorrufen. Und zu guter Letzt kann selbst eigenes Anspruchsdenken zu einem Burnout führen. Das mag für Außenstehende widersprüchlich klingen, ist aber nicht selten ein ausschlaggebender Faktor.

Ist ein Burnout Syndrom eine rein psychische Erkrankung?

Nein, ganz und gar nicht. Das typische Burnout Syndrom geht mit verschiedenen biologischen Prozessen einher. So zeigen Blutuntersuchungen, dass sehr oft der Serotoninspiegel von Burnout Betroffenen auf ein Minimum gesunken ist. Der Cortisolspiegel dagegen ist permanent erhöht. Das ist in der Therapie von Burnout-Syndrom Patienten besonders wichtig zu realisieren und auch für die Betroffenen selbst ist dies essentiell. Denn erst dann wird Betroffenen oft klar, wie sehr sie auf die Hilfe von außen angewiesen sind und dass eine Selbstrehabilitation nicht nur sehr schwer, sondern manchmal nahezu unmöglich ist. Denn erst mit diesem Hintergrundwissen wird klar, dass ein Burnout Syndrom auch biologisch bedingt ist und diese Biologie die Psyche beeinflusst.

Wie wirkt sich Serotonin auf die Symptome aus?

Serotonin ist bekannt als eines unserer “Glückshormone”.  In einem gesunden Körper herrscht ein Gleichgewicht der Hormone. Aber von Serotonin kann unser Körper kaum genug bekommen. Serotonin macht uns nicht nur glücklich, wach und lässt uns konzentriert arbeiten, sondern erhöht auch unsere Toleranzschwelle gegenüber Stress. Den Zusammenhang habt Ihr vermutlich direkt festgestellt: Burnout Symptome werden durch Stress hervorgerufen und ein niedriger Serotoninspiegel lässt uns anfälliger auf Stress reagieren. Ein Teufelskreis also.

Und wie wirkt sich Cortisol beim Burnout aus?

Cortisol ist im Gegensatz zu Serotonin bekannt als “Stresshormon”. Ein gewisses Maß an Stress ist für den Menschen überlebenswichtig. Burnout Betroffene dagegen befinden sich in einem Dauerzustand von Stress. Das bedeutet, Betroffene können von einem erschöpfenden Arbeitstag nach Hause kommen, sich hinlegen und trotzdem kein Auge zumachen. Denn der Körper erhält nachwievor das biologische Signal für Stress.

Auch das ist Teil des biologischen Teufelskreises. Solange die hormonellen Signale unseres Körpers keine Entspannung zulassen, kann auch keine Entspannung eintreten. Nicht beim Sport, nicht beim Essen und auch nicht beim Lümmeln auf der Couch. Es ist nicht ausreichend zu denken, dass eine Situation entspannend ist, wenn das biologische Signal ausbleibt “kriegt unser Körper nichts davon mit”.

Was hilft bei der Therapie eines Burnout Syndroms?

Das wichtigste ist einen Therapeuten des Vertrauens zu finden. Ein Therapeut ist in meinen Augen nur dann gut, wenn der Patient diesen auch akzeptiert. Alle Maßnahmen und Übungen bringen nichts, wenn der Patient dem Therapeuten nicht vertraut.

Unterstützend ist es sehr wichtig den Serotoninspiegel zu erhöhen, dadurch kann man am leichtesten das hormonelle Gleichgewicht wiederherstellen.

Wie erhöht man seinen Serotoninspiegel?

Es gibt verschiedene Arten bei einem Burnout Syndrom das körpereigene Serotonin zu steigern. Eine davon ist sich im Freien aufzuhalten und im wahrsten Sinne des Wortes Sonnenlicht zu tanken. Denn ein strahlend blauer Himmel ist das wichtigste Signal für unseren Körper Serotonin zu produzieren. (Siehe auch: Artikel zu blaues Licht / Konzentration steigern) Deshalb empfehlen kompetente Therapeuten ihren Burnout Patienten zu täglich mehreren Stunden Aufenthalt im Freien und unter blauem Himmel.

Der nächste Weg ist den Serotoninspiegel über eine gesunde Ernährung zu erhöhen. Um Serotonin überhaupt produzieren zu können, benötigt unser Körper den Ausgangsstoff Tryptophan. Was bringt es den Körper zur Serotoninproduktion anzuregen, wenn der Ausgangsstoff fehlt? Tryptophan ist Bestandteil von Proteinen und Peptiden, deshalb ist es reichlich in eiweißreichen Lebensmitteln vorhanden. Ideale Quellen für Tryptophan sind zum Beispiel Nüsse, Bananen, Datteln, Feigen, Cashewkerne, Bitterschokolade, Milch, Fenchel, Sojabohnen, Linsen oder Spinat. Natürlich sind auch Fleisch und Fisch eine Quelle für Tryptohan.

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist also bei Burnout Symptomen besonders wichtig. Eine Nahrungsergänzung kann die Versorgung des Körpers mit Nährstoffen zusätzlich unterstützen.

Gibt es noch weitere Faktoren der Ernährung, um Serotonin zu erhöhen?

Wir sind noch lange nicht am Ende, aber die Kernaussage ist bereits genannt: Gesunde Ernährung. Auch zum Beispiel die bekannten Omega3-Fettsäuren können zum Erhöhen des Serotonins beitragen. In Studien wurde ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen DHA-Level und einem niedrigen Serotoninspiegel nachgewiesen. Ohne weiter auf die wissenschaftlichen Hintergründe einzugehen: Omega3-Fettsäuren füllen den DHA-Vorrat wieder auf. Omega3-Fettsäuren sind reichlich in Lachs, Samen, Kernen, Nüssen, Cashewkernen oder Olivenöl und Leinöl enthalten.

Einen Mythos gilt es hier jedoch leider zu zerschlagen: Unter anderem wird Bananen nachgesagt “echtes Serotonin” zu liefern. Dem ist leider nicht so, weil dieses Serotonin nicht in der Lage ist die Blut-Hirnschranke zu durchqueren und damit von unserem Körper nicht verwertet werden kann.

Wie kann man zusätzlich seinen Körper bei der Regeneration unterstützen?

Sport und Entspannung sind wichtige Bestandteile der Unterstützung des Körpers, um Burnout Symptome zu bewältigen. Wichtig ist jedoch, dass man entspannende Momente auch als solche erkennt und wahrnimmt. Außerdem darf Sport kein Zwang sein, denn genau dadurch erhält der Körper erneut das Signal für Stress und sieht sich wieder im Wettbewerb.

Es muss also ein konsequentes Umdenken im Kopf des Burnout Betroffenen stattfinden. Denkmuster wie “ich muss Sport machen, um meinen Körper fit zu halten” oder “ich muss jetzt endlich wieder ins Fitnessstudio, um meinen Serotoninspiegel zu erhöhen” sollten ersetzt werden durch neue positive Denkmuster, wie “endlich  habe ich Zeit und kann mich meinem Körper widmen”. Erfolgserlebnisse nach dem Sport können dazu beitragen, den Sport als etwas Selbstverständliches und Positives anzusehen. Das Gefühl nach einer Stunde hartem Training im Fitnessstudio, wenn alle Muskeln zittern und man genüsslich in die Couch sinken kann, ist das nicht einmalig? Sich solche Momente und Emotionen vor Augen zu halten kann helfen die innere Motivation zu erhöhen und die Sicht auf die Dinge zu ändern.

Wir wissen, wie kritisch die meisten darüber denken, dennoch…

nahrungserganzung-gesund-cutraten wir jedem, der unter Stress oder Burnout Symptomen leidet, zur Nahrungsergänzung, um den Körper mit zusätzlichen Nährstoffen zu versorgen.

Sehr wichtig ist, in unseren Augen, die ausreichende Versorgung an Aminosäuren, vor allem das erwähnte Tryptophan, um das körpereigene Serotonin zu erhöhen. Aminosäuren sind unter anderem in hochwertigen Eiweiß-Shakes reichlich vorhanden. Hierbei solltet Ihr darauf achten, dass 8 Aminosäuren in verschiedenen Formen enthalten sind. Stress belastet zudem die körpereigenen Zellen, deshalb ist ein Schutz vor freien Radikalen durch Antioxidantien ratsam. Antioxidantien sind vor allem in Obst reichlich enthalten, sind aber auch Hauptbestandteil vieler Nahrungsergänzungsmittel. Umso breiter das Spektrum und umso naturnaher das Produkt, desto besser ist die Qualität.

Wer seinen Körper also zusätzlich unterstützen möchte, der kann dies mit dem Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln tun. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen jedoch keine Therapie oder den Rat eines Arztes.

Mehr Infos zu gesunder Ernährung und Nahrungsergänzungen erhaltet Ihr in unserem Newsletter.

Tipp: Mit einer Lichtbrille könnt Ihr übrigens das biologische Signal für Serotonin selbst an Tagen aktivieren, an denen Ihr Euch viel in geschlossenen Räumen aufhaltet: > Mehr zur Tageslichtbrille

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Hi, ich bin Pascal Pape

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  • Dieser Artikel gefällt mir besonders gut und stimme Ihnen in allem zu. Alles ist sehr gut erklärt und die Prävention- und Therapievorschläge sind genau richtig. Super, das verstärkt mein Vertrauen zu Ihnen und Ihren Ratschlägen. Sie können diese Mail ruhig veröffentlichen.
    Herzliche Grüße
    Monika Schmidt

  • blank Claudia Palik sagt:

    Hallo Pascal,
    guter Artikel. Burnout ist eigentlich der “Modebegriff” für eine Erschöpfungsdepression. Und die gibt es schon sehr langeBei echtem Stress schüttet der Körper Adrenalin aus. Hält der Stress länger an beginnt er Cortisol auszuschütten. Irgendwann können die Nebennieren aber kein Cortisol mehr bilden. Dann kommt die Erschöpfung und wir sind ausgebrannt. Diese läuft in mehreren Phasen ab und ist bei Männer und Frauen sehr verschieden, auch in der Entstehung.
    Ein sehr komplexes Thema.

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