Frühstück zum Abnehmen: Frühstücken wie ein Kaiser?

Pascal Pape

Aktualisiert: 7.4.2016

Hilft Frühstücken beim Abnehmen?

Lange Zeit galt es als Weisheit, überliefert von Oma und Opa: Möglichst frühzeitig am Tag Frühstücken und dann richtig reinhauen, bis sich die Magenwände biegen.

Doch was ist dran? Entscheidet die Tageszeit unserer Mahlzeiten, ob wir mehr Fett ansetzen?

Neue Studien haben zumindest den Mythos vom üppigem Frühstück widerlegt. Im Beltsville Human Nutrition Center (USA) zum Beispiel fand man heraus, dass es für den Bio-Rhythmus am besten ist, wenn Mahlzeiten in einem begrenzten Zeitraum von 8 Stunden zu sich genommen werden.

Frühstück zum Abnehmen – “Frühstücke wie ein Kaiser” ist also nur ein Mythos?

Ja, allgemeingültig ist er nicht. Dieser Mythos stammt aus einer Generation, in der fast alle Menschen morgens bis abends körperlich schwer arbeiten mussten. Daraus entwickelte sich die Philosophie “Kind iss deinen Teller auf, du brauchst doch Kraft!” Wer heute den ganzen Tag körperlich arbeitet, der kann die Energie aus einem reichhaltigem Frühstück natürlich gut gebrauchen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich das kalorienhaltige Frühstück selbst positiv auf den Biorhythmus auswirkt.

Frühstück zum Abnehmen – Aber gibt es nicht Studien, die belegen, dass sich ein kalorienreiches Frühstück positiv auf den Tagesverbrauch an Kalorien auswirkt?

Nein, zumindest nicht so formuliert. Bei Studien ist es wichtig immer das Kleingedruckte zu lesen und sich nicht auf die Meinung von irgendeinem Frauenmagazin zu verlassen. Denn diese Aussagen sind oft verzerrt und manipulativ geschrieben. Auch einige selbsternannte Fitnesscoaches waren der Ansicht, dass der Körper sich durch ein kalorienreiches Frühstück, automatisch auf einen höheren Tagesverbrauch an Kalorien einstellt. Der Kalorienverbrauch also über die gesamten 24 Stunden zunimmt, abhängig davon, wieviel Kalorien man zum Frühstück zu sich genommen hat.

Frühstück zum Abnehmen – Wie sieht denn das Kleingedruckte aus?

Im Kleingeruckten werdet Ihr dann zum Beispiel finden, dass der komplette Rhythmus der Probanden umgestellt wurde. Durch das nahrhafte Frühstück wurden diese Probanden – aus dem Nichts heraus – plötzlich morgens aktiver und wacher. Das ist jedoch eine andere Aussage, die nicht an das Frühstück gebunden ist, sondern an die Aktivität und den  individuellen Rhythmus der Probanden. Es gibt noch keine Studie die besagt, dass der Kalorienverbrauch an sich wesentlich davon abhängt, wieviel wir essen oder wann wir viel essen. Das ist Non-Sense.

Frühstück zum Abnehmen – Wie kann ich den Biorhythmus für mein Abnehm-Programm nutzen?

Es geht darum morgens den Stoffwechsel anzukurbeln, das erreicht man nicht durch ein kalorienreiches Frühstück. Jeder Mensch sollte hier seine eigenen Vorlieben finden. Perfekt wäre es, wenn man den Tag mit einer Tasse Kaffee oder Tee startet, dazu noch ein zusätzliches Glas Wasser und direkt im Anschluss den Körper aktiv 7 Minuten lang intensiv fordern. Ideal sind kleine Sprints, die bringen Ihren Körper am Besten in Schwung. Gut sind natürlich auch Kniebeugen, Liegstützen oder Sit-Ups. Aber da jeder Körper anders tickt, gibt es hier kein Patentrezept, sondern jeder muss seinen eigenen Weg finden.

Gibt es denn auch Studien, die von einem ausgiebigen Frühstück zum Abnehmen bewusst abraten?

Auch hier gibt es Studien und auch hier ist es das Kleingedruckte, worauf es ankommt. Eine Studie konnte zum Beispiel beweisen, dass Menschen, die gerne Frühstücken, über den gesamten Tag betrachtet mehr Kaloien aufnehmen als solche, die auf das Frühstück verzichten. Wer aufmerksam liest hat den Wurm direkt erkannt. Die Studie beschäftigt sich mit der gesamten Kalorienzufuhr und nicht mit dem Kalorienverbrauch.

Wer sich mit dem Biorhythmus weiter beschäftigt, erkennt dennoch dass ein Frühstück gegen unseren Biorhythmus schlägt. Mehr Infos zum Warum und Wieso in unserem Artikel zur Schlank-im-Schlaf-Diät, bei der man angeblich mit einem saftigen Frühstück die Kilos purzeln lassen kann.

Klar wird aber auch: Schuld ist nicht das Frühstück an sich, sondern ausschlaggebend scheinen vor allem die im regulären Frühstück enthaltenen Kohlenhydrate zu sein. Auch Zucker am Morgen wirft unseren Biorhythmus aus der Bahn. Das sollte dennoch kein Grund sein, zwanghaft auf das Frühstück zu verzichten.

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