Magnesiumstearat – schädlich oder harmlos?

Pascal Pape

Aktualisiert: 22.1.2020

Magnesiumstearat – schädlich oder harmlos?

“Pascal, was hältst Du von Magnesiumstearat? Ist es schädlich?”

Magnesiumstearat ist ein Zusatzstoff, der in vielen Nahrungsergänzungen verwendet wird. Eigentlich unscheinbar, dennoch brennt über Magnesiumstearat seit Jahren eine heiße Diskussion.

Es ist immer dasselbe Spiel: Hersteller bekriegen sich gegenseitig, machen den anderen schlecht und schlagen kräftig die Marketing-Trommel. Der Verbraucher steht in der Mitte und hat keine Ahnung, wem er glauben sollen.

Lass mich deshalb ein für allemal Klarheit schaffen.

Ist Magnesiumstearat schädlich? Verklebt es den Darm? Hemmt es die Bioverfügbarkeit?

In diesem Artikel schauen wir uns alle Studien an. Bei all der Verwirrung, wirst Du erstaunt sein, wie eindeutig die Fakten sind.

Was ist Magnesiumstearat?

Magnesiumstearat – auch bekannt als Magnesiumsalze der Speisefettsäuren – ist ein Fließstoff. Man könnte sagen, es ist das Gleitmittel der Tablettenproduktion.

Wer Zuhause in der Garage ein Pulver zusammenrührt, braucht sicherlich nichts dergleichen. Wer aber mehrere Nährstoffe miteinander kombinieren und präzise genau aufeinander abstimmen möchte, der braucht irgendeine Art von Fließstoff. Das verhindert, dass Inhaltsstoffe verkleben. Magnesiumstearat stellt also exakte Mengen der Nährstoffe sicher.

Hierfür gibt es auch verschiedene synthetische Alternativen. Magnesiumstearat dagegen ist ein Salz, das sich aus den zwei natürlichen Stoffen zusammensetzt:

1) Stearinsäure (96%): Diese natürliche Fettsäure finden wir in deutlich höherer Menge in Lebensmitteln wie Schokolade, Kokosöl oder Leinsamen.

2) Magnesium (4%): Ein wertvolles Mineral.

Also erstmal nichts schlimmes. Manche Websiten behaupten, dass Magnesiumstearat nichts mit diesen zwei Stoffen zu tun hätte. Das ist jedoch falsch. Studien zeigen, dass Magnesiumstearat im Körper wieder in genau diese Stoffe zerlegt wird.

Magnesiumstearat besteht aus den natürlichen Stoffen Magnesium und Stearinsäure.

Woher kommen dann die Vorwürfe?

Alles geht zurück auf ein Interview von Dr. Mercola mit Dr. Klinghardt, zum Thema Füllstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln.

Damals gab es eine Studie über Stearinsäure und Zellen von Mäusen. Die Ergebnisse beunruhigten den Experten und deshalb riet er zu Vorsicht.

Was die meisten jedoch nicht wissen: Dr. Klinghardt hat seine Zweifel gegenüber Magnesiumstearat Jahre später selbst zurückgezogen und öffentlich revidiert.

Denn Mäuse sind nunmal keine Menschen. Das ist natürlich noch kein Freispruch, also schauen wir uns die einzelnen Argumente genauer an.

1) Effekt auf Immunzellen und Immunsystem

Das erste Argument basiert auf der gerade genannten Studie mit Zellen von Mäusen:

“Molecular basis for the immunosuppressive action of stearic acid on T cells”

Es macht mich sprachlos, dass diese Studie weiterhin zitiert wird. Denn wie gesagt, hat selbst Dr. Klinghardt klargestellt, dass sie völlig unbedeutend ist. Wer diese Studie als Argument verwendet, hat vermutlich keine einzige Zeile davon gelesen.

Lass uns deshalb in die Studie sehen:

Erst einmal geht es hier überhaupt nicht um Magnesiumstearat, sondern um reine Stearinsäure. Zweitens wurde die Studie in vitro durchgeführt (also nicht mit Menschen):

Immunzellen von Mäusen wurden auf eine Petrischale gesetzt und in Stearinsäure ertränkt. Die Zellen nahmen fleißig Stearinsäure auf, woraufhin ihre Membran kollabierte. Das ist natürlich alles andere als realitätsnah, weil Du so viel Kokosöl gar nicht trinken könntest.

Noch wichtiger ist drittens: Wie beschrieben, erfolgte das Experiment mit Zellen von Mäusen. Doch Mäuse können Stearinsäure nicht aufspalten, da ihnen das nötige Enzym fehlt. Menschliche Zellen dagegen verfügen über das Enzym Delta D-Saturase.

Mit diesem Enzym können unsere Zellen Stearinsäure in Ölsäure umwandeln. Ölsäure ist eine Fettsäure bekannt aus Olivenöl – nicht schädlich, sondern laut Studien sogar förderlich für Deine Gesundheit. Falls Dir das zu theoretisch war, hier die Kurzfassung:

Der Körper nutzt Stearinsäure, um daraus Ölsäure zu gewinnen. Diese Fettsäure ist nicht schädlich, sondern sogar gut für die Gesundheit.

2) Hemmt Magnesiumstearat die Aufnahme von Nährstoffen?

Der zweite Vorwurf: Magnesiumstearat soll Nährstoffe “verkleben” und damit ihre Aufnahme verschlechtern. Oder anders gesagt: Es soll die Bioverfügbarkeit reduzieren. Dieser Vorwurf beruht erneut auf einer in vitro Studie – Menschen waren also wieder nicht im Spiel.

Das sagt die Studie: Man tauchte Tabletten mit Magnesiumstearat in eine künstlich hergestellte Magensäure. Das Ergebnis war, dass sich die Tabletten langsamer auflösten.

Langsamer ist das Stichwort. Denn die Geschwindigkeit sagt nichts darüber aus, wie viel von einem Nährstoff aufgenommen wird. Im Gegenteil: Langsam aufgenommene Nährstoffe kommen häufig sogar besser im Körper an.

Andere Studien belegen diese Vermutung: Obwohl sich die Aufnahme durch Magnesiumstearat zum Teil verlangsamte, hatte es keine Auswirkungen auf die Bioverfügbarkeit. Beweis dafür waren dieses Mal übrigens Blutproben von echten Menschen.

Studien an Menschen belegen: Magnesiumstearat hemmt die Aufnahme von Nährstoffen nicht – sondern verlangsamt sie nur.

3) Baut Magnesiumstearat einen gefährlichen Biofilm auf?

Macht Magnesiumstearat den Darm kaputt? Wem die Argumente bis jetzt noch nicht lächerlich genug waren, hier fängt es an, richtig kurios zu werden. Viele Magnesiumstearat-Gegner argumentieren mit einem dünnen, schleimartigen Biofilm, der sich über die Darmschleimhaut legen soll, sobald man Magnesiumstearat zu sich nimmt.

Das sagt die Studie: Warte… Es gibt gar keine Studie.

Es gibt lediglich ein Video auf Youtube, in dem jemand mit Wasser und Magnesiumstearat hantiert (und natürlich wird ganz nebenbei auf das eigene Produkt gezoomt). Am Ende des Experiments entsteht eine Ablagerung auf dem Gemisch. Boom!

Was das mit dem menschlichen Verdauungstrakt zu tun hat? Gar nichts. Du könntest genauso gut auch Öl auf Wasser schütten und dich wundern, warum das Öl an der Oberfläche schwimmt. (Kleine Erinnerung: Magnesiumstearat besteht zum größten Teil aus Öl.)

Das ist reine Bauernfängerei. Ich mache es deshalb kurz:

Ich konnte keine einzige Studie finden, die diesen gefährlichen Biofilm auch nur nahelegt. Die Behauptung, dass Magnesiumstearat dem Darm schadet, ist ohne jegliche Basis schlichtweg aus der Nase gezogen.

Im Gegenteil: Stearinsäure zeigte in Studien sogar, dass sie gut für den Darm ist.

Magnesiumstearat schadet nicht dem Darm, sondern schützt ihn sogar.

Wie kommt es dann zu Nebenwirkungen von Magnesiumstearat?

Streift man durch das Internet, findet man viele Erfahrungsberichte von Menschen, die überzeugt sind, dass Magnesiumstearat Nebenwirkungen verursacht – von Allergien bis Durchfall. Wie kommt es dazu?

Mit einem Wort erklärt: Nocebo-Effekt.

Das heißt, man spürt eine Nebenwirkung, geht dann ins Internet und liest “Magnesiumstearat ist schädlich”. Die logisch Annahme: Das Magnesiumstearat ist schuld. Ob es nicht vielleicht einer der anderen Wirkstoffe sein könnte, wird oft gar nicht mehr hinterfragt.

Ich habe mich mit einigen Verbrauchern ausgetauscht, die Symptome hatten. Dabei wurden in den meisten Fällen Nahrungsergänzungen verschiedener Hersteller wild vermischt und obendrauf noch mit Arzneimitteln kombiniert. Bitte tu das nicht. Solche selbst zusammengestellten Mischungen können schnell zu Problemen führen.

Und wer nicht auf die richtige Qualität achtet, greift leicht zu verunreinigten Produkten. Auch das kann zu Nebenwirkungen führen. Aber mit Magnesiumstearat hat das nichts zu tun.

Hier ein paar Gründe für Nebenwirkungen:

  • Toxine
  • Verunreinigungen
  • Synthetische Zusatzstoffe
  • Zu starke oder zu schnelle Entgiftung
  • Wechselwirkungen mit anderen Produkten
  • Allergie gegen einzelne Inhaltsstoffe

Nebenwirkungen werden irrtümlich Magnesiumstearat zugeschrieben. In den meisten Fällen ist mangelnde Qualität schuld.

Lass Dich nicht von unseriösen Herstellern veräppeln

Der Markt an Nahrungsergänzungen ist undurchsichtig – ich weiß. Aber lass Dich gerade deshalb nicht von Herstellern veräppeln.

Dazu möchte ich Dir eine Geschichte erzählen:

Ich werde häufig auf Zusammenarbeiten angesprochen. Letztes Jahr kam der Hersteller eines neuen Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere auf mich zu. Er erklärte mir stolz, wie sensationell natürlich ihr Produkt sei, dass sie selbst auf Fließstoffe wie Magnesiumstearat verzichten – ich wisse doch bestimmt, wie schädlich diese seien.

Ich antwortete, dass ich immer für ehrliche Partnerschaften offen bin, aber ich müsste mir natürlich das Produkt und die Firma erstmal genauer ansehen. Gesagt getan.

Ein einziger Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe und ich entdeckte, dass dieses “unheimlich natürliche Produkt” synthetisches Vitamin E enthält.

Upps… Ich habe dankend abgelehnt.

Das als kleiner Einblick, wie es in dieser Branche läuft. Die Welt wäre so schön einfach, wenn man anhand eines einzelnen Punktes die Qualität von Nahrungsergänzungsmitteln beurteilen könnte. Aber die Realität ist bei weitem nicht so einfach.

“Frei von Magnesiumstearat” ist kein Qualitätsmerkmal (eher das Gegenteil).

Fazit: Magnesiumstearat

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel ist hart umkämpft. Liebe Hersteller, ich verstehe das. Aber bitte macht Euer Marketing nicht auf Kosten der Verbraucher. Und bitte, liebe Startups, macht Eure Recherche bevor Ihr Eure Produkte auf den Markt schmeißt.

Wer gegen Magnesiumstearat wettert, der verwirrt nicht nur Verbraucher, sondern stellt auch sein mangelndes Fachwissen zur Schau.

Lass mich also nochmal zusammenfassen:

Laut derzeitigem Stand der Forschung ist Magnesiumstearat nicht nur unbedenklich, sondern sogar gesund – genauso wie Kokosöl oder Olivenöl.

Magnesiumstearat wird von unserem Körper in Magnesium und Stearinsäure aufgespalten. Die Stearinsäure wiederum wird größtenteils zu Ölsäure umgewandelt – die Du auch aus Olivenöl kennst. Studien zeigen, dass alle drei Stoffe sogar gut für uns sind. Laut Studien verbessern sie unter anderem den Blutdruck oder Cholesterin.

Natürlich lässt sich jeder Stoff dieser Welt überdosieren. Aber das gilt selbst für Vitamine oder Wasser. Um Magnesiumstearat überzudosieren, müsstest Du schon mehrere tausend Tabletten am Tag schlucken.

Qualität von Nahrungsergänzungen erkennt man auch nicht an einem Stoff. Hierfür sind viele Punkte entscheidend, wie natürliche Vitamine, gentechnikfreie Rohstoffe, Schadstofffreiheit oder natürliche Verhältnisse. Mehr dazu erfährst Du in meinem Newsletter.

Jetzt bin ich aber gespannt: Hattest Du Bedenken zu Magnesiumstearat? Oder Habe ich einen Punkt vergessen? Oder beschäftigt Dich vielleicht ein anderer Stoff, den ich beleuchten soll?

1)

Wichtigste Quellen:

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  • blank Robert sagt:

    Sehr schön aufgearbeiteter Beitrag, der beide Seiten, Befürworter und Gegener, von Magnesiumstearat näher beleuchtet. Dabei bleibt der Autor neutral und geht auf Fakten ein. Leider ist der Verbraucher immer der Leid tragende, wenn er sich nicht ausreichend Informiert.

  • blank Ilse Schlosser sagt:

    Hallo Pascal,
    ich verfolge Deine Artikel mit großem Interesse und Dank (ich bin auch immer wieder am informieren). Doch nun meine Erfahrungen mit Magnesiumstearat. Jahrelang nahm ich etliche Produkte (vorbeugend und akut) mit Mag.-Stearat ein und wunderte mich, warum ich mit zunehmendem Alter immer größere Schwierigkeiten mit Lippen-Herpes hatte, die durch nichts wegzubekommen waren (ich habe eine sehr stabile Gesundheit und kannte Herpes bis dato fast nur vom Hörensagen). Dann las ich einen Artikel über diese Zusätze. Spontan entschied ich, komplett alles abzusetzen. Nach 2-3 Tagen waren meine Lippen i.O.. Also mehrfache Gegenprobe: sobald ich nur 2 Tabl. (jeweils verschiedene) mit diesem Zusatz nahm, waren meine Lippen spätestens am 3. Tag wieder aufgeplatzt und/oder mit Herpes beglückt.
    Ich will diese Zusätze nicht generell ‘verteufeln’, kann sie aber auch nicht als völlig harmlos bezeichnen. Da muß wohl jede/jeder für sich ausprobieren. Leider sind auch homöopathische Tabletten damit versehen!

    • blank Pascal Pape sagt:

      Hallo Ilse,
      vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht! Nimmst Du denn gar keine Tabletten / Nahrungsergänzungen mehr? Und hast Du die gleichen Symptome, wenn Du Kokosöl isst? LG

  • blank Ilse sagt:

    Hallo Pascal,
    vielen Dank für Deine Antwort. Doch, ich nehme noch NEM, achte aber darauf, daß sie ohne Magn.-Stearat hergestellt sind. Die sind dann zwar etwas teurer, aber ich bin auf der sicheren Seite.
    Die ‘Herpes-Anfälligkeit’ ist unabhängig vom Kokosöl. Ich verwende es schon länger immer wieder in meiner Küche – ohne Probleme. Kokosöl direkt gegessen habe ich noch nicht.
    Ich hatte mir auch Athletic-Greens bestellt und probiert, da mich Herstellung und Qualität überzeugten. Leider komme ich mit dem leichten Spearmint-Geschmack nicht zurecht. Jetzt bin ich am Schauen, was es evtl. Vergleichbares gibt … .

    • blank Pascal Pape sagt:

      Ok, perfekt. Auf hochwertige Nahrungsergänzungen zu setzen ist definitiv eine gute Entscheidung. Obwohl ich bezweifel, dass Du auf Magnesiumstearat reagierst, da Kokosöl kein Problem ist. Wenn Du neugierig bist, können wir gerne mal ein Experiment wagen und schauen, ob wir den wahren Übeltäter finden. LG

  • blank Ilse sagt:

    OK, bin ich gerne bereit. An was bzw. wie hast Du Dir das gedacht? Habe mir gestern – unabhängig davon – MCT Kokosnußöl flüssig mal zum Probieren bestellt. Wäre das was dazu? LG

  • blank Stefan sagt:

    Sehr schöner Artikel. Auch wenn nicht explizit auf Stearate tierischer und pflanzlicher Herkunft eingegangen wird. Ich habe z.B. das Problem auf Medikamente zu reagieren. Nehme ich das Medikament von Hersteller A mit tierischem Magnesiumstearat bekomme ich Unverträglichkeitserscheinungen. Nehme ich das das gleiche Präperat von Hersteller B mit pflanzlichen Magnesiumstearat kann ich das vertragen. Das zieht sich über verschiedene Medikamentengruppen hin und endet immer mit den gleichen “Nebenwirkungen”. Ich kann natürlich nicht ausschliessen, dass auch andere Bestandteile dafür verantwortlich sind, aber nachdem ich versucht habe die Inhaltstoffe so gut wie möglich zu recherchieren, bin ich darauf gestoßen, dass lediglich Magnesiumstearat in ALLEN betroffenen Pillen vorhanden war. Das traf auf sonst keinen Inhaltsstoff zu. Es kann natürlich auch sein, dass ich auf verschiedene Inhaltsstoffe reagiere, da die Nebenwirkungen aber immer gleich verlaufen, halte ich das eher für ausgeschlossen. Bin für jede Idee offen.

    • blank Pascal Pape sagt:

      Hallo Stefan,
      vielen Dank für Dein Feedback. Kannst Du das näher ausführen? Welche Medikamente hast Du verglichen und welche Nebenwirkungen hattest Du? LG

  • blank Stefan sagt:

    Hallo Pascal, danke für die Rückmeldung.
    Da mein Blutdruck nicht in Ordnung ist muss ich Medikamente einnehmen. Von Anfang an hatte ich Candesartan von Stada. Als ich dann später einmal Candesartan von Heumann bekam, ging es mir plötzlich nicht gut. Ich bekam schlecht Luft und mein Hals war wie zugeschnürt. Außerdem setzte eine Art Schnupfen ein. Damals schob ich das auf die Inhaltsstoffe, bzw. Wirkstoffe und habe auf das Candesartan von Stada bestanden. Nun ist der Blutdruck wieder etwas aus dem Kurs gewesen und ich bekam Lercanidipin von Omniapharm verschrieben, dass ich zusätzlich nahm. Nach einiger Zeit war ich richtig krank und habe das aber erstmal nicht mit den Medikamenten in Verbindung gebracht. Ich hatte meinem Arzt zwar von meiner ersten Unverträglichkeit erzählt, aber er hat gemeint das würde am Candesartan liegen, das ich eigentlich immer vertragen habe. Ich bekam dann Razilez 300 von AL. Und ein Diuretikum Spironolacton Ratiopharm. Und alles wurde schlimmer. Ich bekam nachts kaum noch Luft, litt unter enormer Mundtrockenheit und wäre gefühlt fast erstickt. Ich ging zu einem Lungenspezialisten, der mir attestierte, dass meine Sauerstoffsättigung nachlässt, da meine Bronchien nicht vernünftig arbeiten. Außerdem hatte ich am ganzen Körper Krämpfe. Ich habe dann einen weiteren Arzt mit hinzugezogen. Der kam auf die Idee kontrolliert alles weg zu lassen, bis auf das Candesartan das ich vorher schon abkonnte. Und an Stelle von Spironolacton sollte ich lieber HCT von Hexal nehmen. Das ich auch nicht abkonnte. Statt dessen nahm ich dann ein Kombipräperat Candesartan/HCT von Stada, das ich vorher schon vertragen hatte. Es wurde besser. Der Arzt schickte mich dann zum HNO Arzt, der fesstellte das es in meinen Nebenhöhlen und in meinem Hals aussähe als würde ich unter einer Allergie leiden. Das hat mich dann auf die Idee gebracht, die Inhaltsstoffe aller Medis, die ich bis dahin genommen habe, aufzulisten. Es kam mir merkwürdig vor, dass es bei der einen Firma klappt und bei der anderen nicht. Zudem ich auf das Prednisolon, ein Antiallergikum, das mir der HNO verschrieb, genauso reagierte. Ich habe dann geschaut, was in allen Medis drin ist, und habe dann die Medikamente die ich vertragen habe dagegen gestellt. Über eine Apothekerdatenbank habe ich dann herausgefunden, dass z.B. in Candesartan von Stada Magnesiumstearat pflanzlich aufgeführt ist und beim Candesartan von Heumann tierisches Magnesiumstearat. Die Pille von Stada vertrage ich. Bei Nebivolol z.B. ist es genau umgekehrt. Bisoprolol ist zum Beispiel bei TAD mit pflanzlichen Stearaten versehen. In Prednisolon ist auch tierisches Magnesiumstearat. Das muss ich nun noch zu Ende nehmen, in immer kleiner werdender Dosierung. Und je weniger ich davon nehme, desto besser wird es wieder. Meine Blutdruckmedikamente habe ich auf die mit pflanzlichen Stearaten umgestellt. Mein Arzt meint auch, dass es an den Stearaten liegen könnte. Da die Krämpfe, die ich dann bekomme anscheinend auch die Funktion meiner Bronchien und Atemwege beeinflussen. Er meinte, das Magnesiumstearate die Aufnahme von Mineralstoffen und Spurenelementen verhindern oder verzögern kann. Das würde auch erklären, dass ich bis zu zehn Magnesiumtabletten 375mg nehmen konnte ohne Durchfall zu bekommen. Und das dann kaum bei den Krämpfen geholfen hat.
    Jetzt komme ich wieder ohne große Magnesiumdosen aus. Und ich denke die Krämpfe verschwinden komplett, wenn ich mit dem Antialkergikum aufhören kann.

    Nachdem ich alles außer Candesartan weggelassen hatte, hat es circa drei Tage gedauert bis sich alles wieder normalisiert hat. Meine Sauerstoffsättigung war wieder normal (98%)

    LG

  • blank Stefan sagt:

    …vielleicht sollte ich anmerken, dass unter einigen der Medis mein Blutdruck nicht gesenkt wurde, sondern anstieg. Bei HCT von Hexal, bei Prednisolon und bei Rasilez auch.

  • blank Stefan sagt:

    Ich weiß natürlich nicht genau, ob es an den Stearaten liegen kann, aber die Inhaltslisten lassen kaum einen anderen Schluss zu. Ich will hier auch bestimmt nicht meckern, sondern bin einfach nur an einer Lösung meiner Problematik interessiert.

    LG Stefan

  • blank Pascal Pape sagt:

    Hallo Stefan,
    ich gebe zu, ich bin etwas überwältigt. 🙂 Du nimmst Medikamente, bekommst dann Nebenwirkungen und nimmst deshalb zusätzliche Medikamente gegen die Nebenwirkungen der ersten Medikamente?

    Um es ein bisschen aufzudröseln:
    – Dass Magnesiumstearat angeblich Mineralstoffe blockieren soll ist, wie beschrieben, ein Mythos.
    – Laut Google enthält Candesartan von Heumann das gleiche pflanzliche Magnesiumstearat wie Stada, dennoch reagierst Du nur auf Ersteres.
    – Medikamente haben immer Nebenwirkungen. Mehrere Medikamente zusammen werden selten getestet und können deshalb zu unvorhersehbaren Nebenwirkungen führen.
    – Außerdem entsprechen die Nebenwirkungen von Candersartan exakt der Beschreibung Deiner Symptome.

    Wie kommst Du jetzt auf Magnesiumstearat als Übeltäter?

    Weil Du einfach nur nach einer Lösung suchst, kürze ich es an dieser Stelle etwas ab: Die meisten Menschen mit Bluthochdruck brauchen gar keine Medikamente, sondern können durch Anpassungen des Lebensstils den Blutdruck normalisieren. Das “vergessen” leider viele Ärzte zu erwähnen. Ich würde Dir also ans Herz legen, die Zeit, die Du in die Recherche von Zusatzstoffen synthetischer Medikamente steckst, lieber in gesunde Ernährung und Sport zu investieren – damit hilfst Du Deinem Körper viel mehr und es ist nebenwirkungsfrei. 😉

    Wenn Du dennoch Medikamente brauchst, dann so wenige wie möglich. Sobald Du auf ein Medikament reagierst, würde ich es sofort mit Deinem Apotheker abklären (die kennen sich oft mit Nebenwirkungen besser aus als Ärzte) und es in Absprache umgehend ersetzen – aus welchem Grund ist dabei völlig nebensächlich. Genau das steht auch im Beipackzettel von Medikamenten: “Nehmen Sie das Arzneimittel nicht weiter ein, wenn Sie allergische Reaktionen haben.”

    Alles Gute! LG

  • blank Stefan sagt:

    Hallo Pascal.
    Danke für die Anntwort. Das hilft mir zwar nur am Rande, aber ich werde Deinen Rat gern beherzigen. Die Medikamente habe ich mir ja nicht ausgesucht, sie wurden mir verschrieben. Das ich nun das eine Candesartan abkann und das andere nicht, will mir nicht so richtig einleuchten. Ich werde mich aber gern an meinen Apotheker halten. Mal sehen was dabei raus kommt.

    Richtigen Sport mache ich zwar nicht, aber ich fahre viel Rad, wandere und gehe viel, und ich rauche nicht. Und ich versuche mich relativ salzfrei zu ernähren.
    Jedenfalls danke für die Mühen.

    LG
    Stefan

    • blank Stefan sagt:

      …ach so, falls Dir da noch andere Anpassungen des Lebensstils in den Sinn kommen, bin ich weiterhin für jede Anregung dankbar.

    • blank Pascal Pape sagt:

      Ich freu mich, wenn ich ein bisschen zum Perspektivwechsel anregen konnte. 🙂 Naja, Du musst aber nicht alles schlucken, was Dir Dein Arzt verordnet, sondern kannst Dir auch immer mehrere Meinungen einholen und selbst recherchieren.

      Och, so ein-zwei Tipps hätte ich da schon. Schau gerne mal in meinen Newsletter, da erkläre ich die wichtigsten Basics: https://www.drlico.com/newsletter/
      LG

  • blank Stefan sagt:

    Hallo Pascal.
    Das war auf jeden Fall interessant. Deine Tipps schau ich mir gern an!

    Ich hoffe, ich finde eine Lösung.
    LG

  • blank Eva sagt:

    Hallo, Pascal!

    Ist es also wissenschaftlich nicht bewiesen, dass Magnesiumstearat bei Einnahme in Formaldehyde umgewandelt wird?
    Mit lieben Grüßen

  • blank Eva sagt:

    Durch meine Histaminintoleranz nehme ich sebst Nahrungsergänzungen. Und das mit sehr gutem Erfolg!
    Gestern hat ein Freund gemeint, dass alle Produkte Magnesiumstearate enthalten würden und diese Substanz in Fomaldehyd umgewandelt würde.

    Das mit dem Apfel war mir nicht bekannt! Meinen Sie jetzt behandelte, also mit Pestiziden, Herbiziden, Fungiziden versehene, oder gilt das auch für Bioobst? Ich esse nur biologische Nahrung! LG

    • blank Pascal Pape sagt:

      Ja, das ist übrigens ein sehr gutes Beispiel, danke dafür. Formaldehyd klingt synthetisch und negativ, kommt aber genauso in der Natur vor – auch in Bio-Obst. Wie immer macht die Dosis das Gift. Aber wie gesagt, ist der Zusammenhang mit Magnesiumstearat minimal. LG

  • blank Sandra sagt:

    Aber Stearinsäure ist doch nicht das Gleiche wie Magnesiumstearat? Letzteres ist die Verbindung von Stearinsäure und Magnesium und hat andere Auswirkungen als Stearinsäure, Oder??

    • blank Pascal Pape sagt:

      Ganz richtig, aber alle Argumente gegen Magnesiumstearat beziehen sich nur auf Stearinsäure – es gibt keine anderen Argumente. Außerdem wird Magnesiumstearat im Körper aufgespalten, woraus hauptsächlich Stearinsäure entsteht. LG

  • blank Flo sagt:

    Hi,
    Toller Beitrag! Hab gerade überlegt ob ich eine Nahrungsergänzung mit Magnesiumsterat nehmen soll, hab aber gehört das es schädlich ist! Dürfte aber wohl ein Mythos sein! Jetzt weiß ich mehr! Dankeschön!
    Lg

  • blank Liz sagt:

    Hallo Pascal,

    wenn das ein sooo unschädliches Produkt sein soll, warum erzeugt es denn allergische Reaktionen? Sogar, wenn es in einem Antihistaminika drin ist..

    naja ich weiss nicht.. ich versuche dem Stoff konsequent auszuweichen, nur leider müssen Hilfstoffe (noch) nicht deklariert werden. Eigentlich eine Schande in der heutigen Zeit, vorallem überhaupt nicht hilfreich für Allergiker.

    Lg

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